Zwischen Fuerteventura und Teneriffa liegen etwas mehr als drei Stunden Fährfahrt, und niemand entscheidet sich zwischen ihnen nach dem Aussehen. Man entscheidet danach, was an einem Tag auf dem Wasser passieren soll: Wind, der ein Brett trägt, oder Tiere, nach denen jemand für Sie von der Brücke aus Ausschau hält.

  • Wo auf jeder Insel der Wind steht und was das mit dem Tagesablauf macht
  • Warum das „ganze Jahr“ der Wale Teneriffas eine Bedingung Teneriffas ist und keine allgemeine Regel
  • Was es unter Wasser gibt und aus welchen Häfen man danach fährt
  • Ein Eiland mit Pflichtgenehmigung, zu dem es beim Nachbarn keine Entsprechung gibt
  • Was dieselbe vierköpfige Familie auf jeder Insel zahlt
  • Wie die Wege funktionieren und ob beide Inseln in eine Reise passen

Keine der beiden ist „besser“. Es folgen die sechs Achsen, auf denen sie sich tatsächlich unterscheiden, und am Ende: für wen welche Insel ist.

Wofür entscheiden Sie sich wirklich?

Auf Fuerteventura ist der Wind kein Wetter, sondern der Grund der Anreise. Er arbeitet auf flachem, offenem Wasser: im Süden hält eine Sandbank hundert bis dreihundert Meter vor dem Ufer eine drei Kilometer lange Lagune, im Norden liegt Flag Beach direkt an den Dünen von Corralejo. Die Boote fahren von den beiden Enden der Insel: Corralejo im Norden liegt 39 km vom Flughafen entfernt, Morro Jable im Süden 84 km in die andere Richtung, und dazwischen liegt die Marina El Castillo, etwa zehn Minuten vom Terminal.

Auf Teneriffa geschieht fast alles, was auf dem Wasser geschieht, an der geschützten Südwestküste, zwischen den Marinas von Los Gigantes und Puerto Colón — rund eine halbe Stunde Fahrt voneinander entfernt. Der Wind steht an der anderen Ecke, in El Médano im Südosten, von den Marinas der Costa Adeje etwa eine Stunde entfernt. Auf der einen Insel wohnen Wind und Boote also in denselben Orten, auf der anderen sind es zwei getrennte Ausflüge.

AchseFuerteventuraTeneriffa
Wo der Wind stehtdie Lagune Sotavento im Süden und Flag Beach in Corralejo im NordenEl Médano im Südosten, etwa eine Stunde von den Marinas des Südwestens
Von wo die Boote ablegenCorralejo im Norden, Morro Jable im Süden, Marina El Castillo im OstenLos Gigantes und Puerto Colón im Südwesten, etwa eine halbe Stunde auseinander
Warum man nach Walen und Delfinen fährtAusfahrten ab Morro Jable; der Anbieter schreibt, dass eine Begegnung nicht garantiert istin der Meerenge zu La Gomera hält sich eine residente Grindwal-Population, Delfine ziehen in beide Richtungen hindurch
Schutzgebiet mit KontingentIsla de Lobos: die Genehmigung des Cabildo ist Pflicht und kostenlosdie hier verkauften Ausfahrten brauchen keine Genehmigung
Hoteltransferbei einem Teil der Ausfahrten von Magic & Sailing im Süden enthalten und bei Dive Pro Fuerte kostenlosbei zwei Freebird-Tarifen ab Puerto Colón und bei der Segelausfahrt enthalten
Kindertarifeauf den Katamaranen veröffentlicht: 2–11 oder 3–12 Jahre je nach Bootauf den Walausfahrten veröffentlicht: 2–11 oder 4–11 Jahre je nach Anbieter
Sotavento von oben: ein Sandstreifen, türkisfarbenes Flachwasser und die Brandungslinie hinter der Sandbank
Foto: Stephan Fahrenhold, über Google Maps

Wind: der Sinn der einen Insel — und eine Ecke der anderen

Der Passat weht das ganze Jahr über Fuerteventura. Nach den Normalwerten 1991–2020 der Flughafenstation läuft die mittlere Monatsgeschwindigkeit von 17,1 km/h im Oktober bis 25,9 km/h im Juli, und das ist ein Stationsmittel und nicht die Stärke am Spot am Nachmittag, wo sie deutlich höher liegt.

Das offizielle Tourismusportal der Insel nennt Mai bis September die stärksten und beständigsten Monate, und in die Mitte dieses Fensters fällt eine Station der Welttour: der PWA Fuerteventura Grand Slam läuft in Sotavento in der zweiten Julihälfte (2026 vom 17. bis 26. Juli), die Termine verschieben sich von Jahr zu Jahr.

Was eine Stunde Unterricht kostet, ist im Süden und im Norden unterschiedlich gebaut. Der Kitesurfkurs von René Egli in der Lagune Sotavento kostet €205 pro Person für drei Stunden, zwei Schüler auf einen Lehrer, ab 15 Jahren und ab 50 kg. Der Windsurfkurs von Flag Beach in Corralejo läuft als Staffel von €90 für einen Tag bis €360 für fünf, die internationale VDWS-Lizenz mit Büchlein kostet dort €40 extra.

Auf Teneriffa lebt das Kiten getrennt von allem anderen: die Schule in El Médano setzt drei Stunden eins zu eins bei €180 pro Schüler an und sechs Stunden bei €355, mit IKO-Zertifizierung und Ausrüstung inklusive, und von den Marinas der Costa Adeje ist sie etwa eine Stunde Fahrt entfernt — also ein eigener Tag und kein Zusatz zu einer Morgenausfahrt. Eines gilt auf beiden Inseln: den Tag setzt die Vorhersage und nicht Ihr Kalender, rechnen Sie eine Buchung deshalb als Fenster und legen Sie sie nicht auf den letzten Reisetag.

Wale und Delfine: wessen „ganzes Jahr“ ist das?

Auf Teneriffa steht der Satz „das ganze Jahr“ auf der Geografie und nicht auf dem Kalender: in der Meerenge zwischen Teneriffa und La Gomera lebt eine residente Grindwal-Population, und Delfine ziehen in beide Richtungen hindurch. Das ist eine Bedingung dieser Meerenge. Auf die Nachbarinsel wandert sie nicht mit — der Grund, aus dem der Satz stimmt, bleibt, wo er ist.

Auf Fuerteventura legen die Ausfahrten zu den Walen und Delfinen in Morro Jable ab, und der Anbieter formuliert es unmissverständlich: eine Begegnung hängt von der Natur ab und ist nicht garantiert. Die zweistündige Suche nach Delfinen und Walen kostet €49 für Erwachsene und €39 für Kinder von 2 bis 11 Jahren, Kleinkinder unter zwei werden nicht an Bord genommen, Getränke sind enthalten, Essen nicht, und der Transfer läuft von vereinbarten Punkten in Costa Calma, Esquinzo, Morro Jable und Jandía. Der vierstündige Katamaran entlang Jandía kostet €79 und €40, Essen und Getränke inklusive.

Nach dem Kalender ist hier nichts zu planen: legen Sie die Ausfahrt an den Anfang der Reise, damit Spielraum zum Verschieben bleibt, und fragen Sie den Anbieter nach seinen eigenen Monaten.

Das Gesetz ist auf beiden Inseln dasselbe. Die Beobachtung von Walen und Delfinen wird auf den Kanaren gesondert lizenziert, Boote mit Genehmigung führen die Erkennungsflagge Barco Azul, und die Annäherung regelt das Real Decreto 1727/2007: um das Tier wird ein bewegliches Schutzfeld mit 500 m Radius gelegt, darin eine Ausschlusszone von mindestens 60 m, eine Geschwindigkeit von höchstens vier Knoten, Kreisen und Verfolgen sind verboten. Deshalb schreibt selbst auf Teneriffa, wo die Tiere ganzjährig in der Nähe leben, eine ehrliche Seite „Sichtung garantiert“ und setzt sofort die Klammer über den Zustand des Meeres dazu.

Was es unter Wasser gibt und aus welchen Häfen man dafür fährt

Auf Fuerteventura ist der typische Tag unter Wasser die Überfahrt nach Lobos. Geführte Tauchgänge am Eiland beginnen ab €50, und die Seite nennt die Einheit nicht, weshalb sie bei der Buchung zu bestätigen ist. Aus dem Süden fährt Fuerteventura Buceo Bootstauchgänge am Veril de Jandía: €45 pro Person und Tauchgang, ein Vormittag mit zweien also €90, dazu 7 % IGIC obendrauf, eine Pflichtversicherung von €7 für 24 Stunden und Ausrüstungsmiete von €15 pro Tag, wenn Sie keine eigene haben.

Auf Teneriffa werden Schnuppertauchgänge aus Los Cristianos und Costa Adeje verkauft, in einer Spanne von €70 bis €135, und wie auf der Nachbarinsel druckt die Mehrzahl dieser Seiten die Einheit nicht — fragen Sie vor dem Bezahlen, ob es pro Person oder pro Einheit gilt. Der Engelhai, wegen dem das kanarische Tauchen überhaupt in die Nachrichten kommt, ist für keine der beiden Inseln ein Argument: nachprüfbar ist nur, dass die Kanarischen Inseln als Ganzes das letzte bekannte Refugium der Art bleiben, ohne Aufschlüsselung nach Insel oder Monat.

Ein Stechrochen ruht auf dem sandigen Meeresgrund zwischen Felsen
Foto: Mike Dowling, über Google Maps

Lobos: die Genehmigung, zu der es beim Nachbarn keine Entsprechung gibt

Der Parque Natural Islote de Lobos liegt zwei Kilometer vor Fuerteventura, und seit dem 15. Januar 2019 kommt man nur mit einer Genehmigung des Cabildo de Fuerteventura hinüber. Die Genehmigung ist kostenlos und wird online ausgestellt. Die Kapazität nach dem Managementplan liegt bei 200 gleichzeitigen Besuchern, und um sie einzuhalten, gibt es zwei Schichten: vormittags von 10:00 bis 14:00 Uhr und nachmittags von 14:00 bis 18:00 Uhr, jeweils 200 gleichzeitig.

Ein Antragsteller darf sie für höchstens drei Personen pro Tag und Schicht beantragen, der Kalender öffnet wenige Tage im Voraus, und ein Fährticket ersetzt sie nicht — sie wird bei der Anlandung kontrolliert.

Die praktische Folgerung ist einfach: schauen Sie, wer den Papierkram übernimmt. Die Überfahrt im Kajak kostet €60 pro Person für sechs Stunden, und der Anbieter übernimmt die Genehmigung und schließt sie ein. Der Katamaran mit Paella kostet €69 für Erwachsene und €41 für Kinder von 3 bis 12 Jahren, unter drei kostenlos, mit Transfer, Mittagessen, Getränken, Kajaks, SUP und Schnorchelausrüstung inklusive, und die kostenlose Genehmigung wird dem Ticket auf Anfrage hinzugefügt. Diesen einen Tag planen Sie in umgekehrter Reihenfolge: zuerst Schicht und Genehmigung, dann alles, was darum herum liegt.

Was eine vierköpfige Familie zahlt

Nehmen wir dieselbe Familie — zwei Erwachsene und Kinder von fünf und acht Jahren — und die Ausfahrten, auf denen überhaupt ein Kindertarif veröffentlicht ist: die Motor- und Segelausfahrten. So sieht es auf drei konkreten Booten aus.

InselAusfahrtErwachsenerKindSumme für vierWas im Preis steckt
FuerteventuraSuche nach Delfinen und Walen, 2 Std., Morro Jable€49€39 (2–11)€176Getränke und Transfer von Punkten im Süden; kein Essen an Bord
TeneriffaMasca Express, 2 Std., Los Gigantes€28€18 (2–11)€92nur das Boot: der Anbieter nennt weder Transfer noch Getränke
TeneriffaFreebird, 3 Std. mit Badestopp, Puerto Colón€47halber Preis (4–11)€141ein Sandwich, Getränke und ein kostenloser Hoteltransfer

Der Unterschied besteht hier zwischen drei Booten und nicht zwischen zwei Inseln: in den €176 steckt die Fahrt vom Hotel im Süden Fuerteventuras bereits drin, zu den €92 muss man sie selbst dazurechnen, und auf jeder der Inseln gibt es teurere und günstigere Ausfahrten als diese. Was sich ohne Einschränkung übertragen lässt, ist etwas anderes: Kindertarife stehen auf den Booten, bei den motorisierten Aktivitäten veröffentlichen aber längst nicht alle das Mindestalter — lassen Sie es sich vor dem Bezahlen schriftlich geben, auf welcher Insel Sie auch landen.

Anreise — und ob beide Inseln zusammen gehen

Der Flughafen Fuerteventuras liegt in El Matorral, fünf Kilometer von Puerto del Rosario. 2025 hat er rund 6,9 Millionen Passagiere abgefertigt; Deutschland und Großbritannien zusammen stellen mehr als die Hälfte des internationalen Verkehrs, und die Inlandsflüge gehen nach Gran Canaria, Madrid-Barajas, Teneriffa-Nord und Barcelona-El Prat.

Danach hängt der Weg davon ab, weswegen Sie gekommen sind. Caleta de Fuste liegt 8 km und zehn Minuten vom Terminal, Corralejo 39 km und vierzig Minuten bei einem Taxi von etwa €40–50, Costa Calma 65 km und eine Stunde bei €55–65, Morro Jable 84 km und eineinviertel Stunden bei €85–95; die Taxiangaben nennt das Tourismusportal der Insel selbst ungefähr.

Von der Abflugebene fahren drei Buslinien — die 3 nach Caleta de Fuste, die 10 nach Morro Jable und die 16 nach Gran Tarajal —, eine Direktlinie nach Corralejo steht in der Liste des Flughafens nicht, und das Portal empfiehlt offen einen Mietwagen.

Und die eigentliche Antwort auf „was verliere ich“: nichts Endgültiges. Fred Olsen setzt Fuerteventura und Teneriffa drei Stunden und zwanzig Minuten auseinander, Morro Jable und Las Palmas zwei Stunden, ab €14. Zwei Wochen mit einer Überfahrt in der Mitte sind kein Kompromiss zwischen Inseln, sondern zwei verschiedene Sätze von Tagen hintereinander.

Für wen welche Insel ist

Fuerteventura — wenn die Reise um den Wind herum gebaut ist: ein Kite- oder Windsurfkurs, das eigene Brett, eine Lagune, in der es flach genug ist, um folgenlos zu stürzen. Wenn Sie ein Schutz-Eiland mit Schichten und Genehmigung wollen. Wenn Sie damit einverstanden sind, dass Norden und Süden zwei verschiedene Urlaubsorte mit einem Auto dazwischen sind und das wärmste Wasser im September und Oktober kommt und nicht im Hochsommer: übers Jahr läuft das Meer etwa von 18 bis 23 °C.

Teneriffa — wenn die Tiere die Hauptsache sind und Sie hinter der Wahrscheinlichkeit mehr wollen als Glück. Wenn Sie ohne Auto im Hotelgürtel wohnen und abgeholt werden möchten: der Transfer steckt dort in bestimmten Tarifen ab Puerto Colón. Wenn ein Tag zwei Dinge hintereinander fassen soll, erlauben das zwei Marinas in einer halben Stunde Entfernung. Nicht „besser“, sondern über etwas anderes: das eine Wasser wählt man dafür, was es mit einem Brett macht, das andere dafür, was darin lebt.

Fragen, die vor der Buchung aufkommen

Wo sind die Chancen auf Wale größer?

Die lohnende Frage gilt nicht den Chancen, sondern dem, was sie trägt. Auf Teneriffa lebt in der Meerenge zu La Gomera eine residente Grindwal-Population — eine Bedingung dieser Meerenge. Der Anbieter in Morro Jable verspricht keine Begegnung. Garantieren kann sie niemand, und das Annäherungsrecht gilt auf beiden Inseln gleich.

Passen beide Inseln in eine Reise?

Ja. Fred Olsen setzt Fuerteventura und Teneriffa drei Stunden und zwanzig Minuten auseinander, Morro Jable und Las Palmas zwei Stunden, ab €14. Bestätigen Sie Fahrplan und Preis vor dem Kauf beim Reeder: sie ändern sich häufiger als alles andere auf dieser Reise.

Auf welcher Insel ist ein Tag auf dem Wasser günstiger?

So löst sich die Frage nicht: den Preis macht das Boot und nicht die Insel. Zwei Stunden Delfinsuche ab Morro Jable kosten €49 für Erwachsene, zwei Stunden ab Los Gigantes €28, drei Stunden ab Puerto Colón mit Hoteltransfer €47. Vergleichen Sie den Inhalt, nicht die Zahlen.

Braucht man eine Genehmigung für die Isla de Lobos?

Ja, und sie ist Pflicht und kostenlos. Das Cabildo de Fuerteventura stellt sie online aus; die Schichten sind 10:00–14:00 und 14:00–18:00 Uhr mit je 200 gleichzeitigen Besuchern, der Kalender öffnet wenige Tage im Voraus. Ein Fährticket ersetzt sie nicht. Manche Anbieter erledigen sie für Sie.